#PortfolioChallenge2021 – So legt das Finanzwissen.de Team Geld an!  

Coinbase IPO 2021: Die erste handelbare Krypto-Börse

Eine Börse an der Börse: Am 14. April 2021 soll der offizielle Coinbase IPO 2021 stattfinden. Damit handelt es sich um den ersten offiziellen Börsengang einer Plattform, die selbst eine Börse ist.

Vor wenigen Jahren wäre es noch unvorstellbar gewesen, dass der Anbieter einer Krypto-Börse selbst an die Börse geht. Seit Bitcoin und Co. jedoch längst als integraler Bestandteil einer diversifizierten Portfoliostrategie gelten, ist der IPO einer Krypto-Börse zur Realität geworden.

In diesem Artikel möchten wir daher den Ablauf des Coinbase IPO 2021 skizzieren sowie die Frage beantworten, was der Börsengang einer Krypto-Börse eigentlich für die Zukunft des Finanzmarktes sowie Kryptowährungen bedeutet.

1. Coinbase IPO im April 2021

Auch wenn der 1. April in Deutschland als optimale Gelegenheit für Scherze gilt, verkündete Coinbase an eben diesem Tag eine mehr als ernste Nachricht, die gleichzeitig eine Zäsur in der Geschichte des Finanz- sowie Kryptomarktes darstellt: einen offiziellen IPO einer Krypto-Börse an der amerikanischen NASDAQ.

Unter dem Kürzel $COIN wird die amerikanische Exchange Coinbase ab dem 14.04.2021 handelbar sein. Während die Finanzwelt aktuell neue Firmen über Konstrukte wie SPACs an die Börse bringt, wählt Coinbase den klassischen Weg des Initial Public Offerings, kurz IPO.

Eine gewisse Besonderheit gibt es bei dem Coinbase IPO 2021 dennoch. Statt den klassischen Weg über Banken und eine groß angelegte Roadshow zu gehen, entschied sich die größte US-amerikanische Krypto-Börse für ein sogenanntes Direktlisting. So gibt es keine direkte Zusammenarbeit mit Banken, die die Aktien bei Anlegern platzieren. Vielmehr kommt es zur direkten Notierung und Preisgebung an der Börse.

2. Was ist Coinbase überhaupt?

Coinbase ist eine Krypto-Börse.

Es handelt sich um die größte US-Börse, die nach eigenen Angaben mehr als 43 Mio. Kunden weltweit hat und es Anlegern ermöglicht Kryptowährungen wie Bitcoin zu handeln.

Dabei lässt sich die Firma in zwei Sparten einteilen: Zum einen gibt es Coinbase und zum anderen Coinbase Pro.

Coinbase ist die Bezeichnung der klassischen Handelsplattform, die Kunden den einfachen, schnellen und sicheren Kauf sowie Verkauf von Kryptowährungen anbietet. Neben dem klassischen Handeln hat die Plattform auch weitere Angebote, die den Angeboten einer Bank sowie eines Depotanbieters ähneln.

Coinbase bietet beispielsweise die Möglichkeit der wiederkehrenden Käufe an, was im Grunde einem Sparplan entspricht. Auch die Verwahrung beziehungsweise Bereitstellung eines Wallets ist eine Dienstleistung, die von Coinbase übernommen wird.

Die großen Stärken der Plattform liegen dabei in der freundlich gestalteten Benutzeroberfläche, den moderaten Gebühren sowie der Vielzahl an Kryptowährungen und letztendlich auch dem regulierten Umfeld.

Mit Coinbase Pro bietet die Krypto-Börse eine Plattform an, die mehr einer Tradingplattform als einem reinen Broker entspricht. So können die Nutzer auf weitere Features zugreifen und klassische Mechanismen einer echten Handelsplattform, wie beispielsweise Limit Orders, nutzen.

Coinbase selbst bedient sowohl den Privatkundenmarkt als auch den B2B-Markt.

3. Das Geschäftsmodell von Coinbase: Wie verdient die Börse Geld?

Das Geschäftsmodell der Krypto-Börse basiert auf verschiedenen Einkommensströmen. So sind zum einen Einnahmen aus dem eigentlichen Handel mit Kryptowährungen zu nennen und zum anderen Einnahmen aus weiteren Dienstleistungen.

Im Detail kann die Einnahmenseite durch den Handel wie folgt klassifiziert werden:

  • Margin Fee/Spread: Die klassische Gebühr bei einem Krypto-Broker ist der Spread. Die Differenz zwischen Bid und Ask Preis, also Kauf- und Verkaufspreis ist die Gebühr, die der Kunde zahlt und somit die Einnahme des Brokers. Coinbase hat hierbei einen Spread, der bei ca. 0,50% liegt, jedoch auch immer von der Kryptowährung abhängig ist.
  • Coinbase Fee: Zusätzlich zum Spread kommt eine fixe Gebühr hinzu, die Coinbase bei jeder anfallenden Transaktion berechnet. Die Gebühr selbst hängt vom Land ab.

Zusätzlich zu den gerade beschriebenen Gebühren, welche die größte Einnahmequelle darstellen, sind folgende weitere Einnahmen zu nennen:

  • Coinbase Commerce: Mithilfe der Coinbase Commerce API können Online-Händler Zahlen mit Kryptowährungen akzeptieren. Coinbase bietet hierbei eine Schnittstelle, sodass eben diese Transaktionen verarbeitet werden können. Für die Verwendung der Dienstleistung fällt eine prozentuale Gebühr bei jeder Transaktion an. Das Modell kann mit Services wie “Pay with PayPal” für Geschäftskunden verglichen werden.
  • Coinbase VISA Card: Coinbase arbeitet an der eigenen Krypto-Kreditkarte in Zusammenarbeit mit Visa. Auch hier werden Gebühren fällig, an denen Coinbase mitverdient.

4. Coinbase Börsengang und die Erwartungen

Coinbase hat in den vergangenen Jahren eine absolute Erfolgsgeschichte geschrieben, die sich insbesondere auch in der Bilanz des Unternehmens widerspiegelt.

So konnte die Plattform nicht nur einen starken Kundenzuwachs verbuchen, sondern ebenfalls starke Zuwächse beim Handelsvolumen und dem eigentlichen Gewinn.

Wie aus den Daten der amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC) hervorgeht, lagen die sogenannten Einkünfte vor Steuern und Zinsen, kurz EBIT, zum Jahresabschluss am 31.12.2020 bei 527 Millionen Dollar.

Der Hype um den Coinbase IPO lässt sich noch besser verstehen, wenn man sieht, dass für das gesamte Geschäftsjahr 2019 der EBIT lediglich bei 24 Millionen US-Dollar lag.

Die für das Q1 2021 gemeldeten Zahlen stellen wiederum einen Superlativ dar und zeigen wie stark der Erfolg der Krypto-Börse vom gesamten Kryptomarkt abhängt. So verkündete die zu Berkshire Hathaway gehörende Webseite Business Wire die Quartalszahlen von Coinbase.

Coinbase Bilanz: Erfolgsjahr 2021

Demnach stieg die Anzahl der registrierten Nutzer in den ersten drei Monaten des Jahres 20210 von 43 auf 56 Millionen Nutzer. Hinzu kommt ein starkes Wachstum beim Handelsvolumen. Der geschätzte EBIT liegt alleine im ersten Quartal 2021 bei 1,1 Milliarden Dollar und somit doppelt so hoch als der gemeldete EBIT für das gesamte Geschäftsjahr 2020.

Nach all diesen Zahlen sollte klar sein, dass die Erwartungen rund um den Börsengang von Coinbase enorm sind. Die Nachfrage wird nicht nur durch klassische Investoren angekurbelt, sondern vor allem gerade von Jung-Investoren, die bisher stark im Kryptomarkt involviert sind.

Hinsichtlich der Bewertung lassen sich nur schwer gute Einschätzungen abgeben. Fest steht, dass die letzte Bewertung des Unternehmens im Rahmen einer weiteren Finanzierungsrunde im Jahr 2018 stattfand. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Finanzierung in Höhe von 300 Millionen Dollar, erhielt die Firma eine Bewertung von 8 Milliarden Dollar.

Wer auf die aktuellen Unternehmenszahlen blickt und parallel die Entwicklung des Kryptomarktes im Auge behält, kann wohl davon ausgehen, dass die erste Börsenbewertung deutlich über der Marke von 8 Milliarden liegen wird.

5. IPO und der Zusammenhang mit Bitcoin und Co.

Fest steht also, dass der Coinbase IPO 2021 eine Zäsur markiert.

Zum ersten Mal in der Historie des Finanzmarktes wird eine Krypto-Börse öffentlich gelistet. Damit verschmelzen der klassische Finanzmarkt mit dem neuen, disruptiven und innovativen Kryptomarkt immer mehr.

Der Börsengang zeigt also vor allem, dass eine Koexistenz der beiden Märkte möglich ist und wir in Zukunft eine noch stärkere Verzahnung erwarten können.

Dabei sollten Anleger und Investoren jedoch genau das Verhältnis aus Chancen und Risiken im Auge behalten. Denn wer in eine Krypto-Börse wie Coinbase investiert, erzeugt eine positive Korrelation mit den Bewegungen am Kryptomarkt.

Eine Plattform, deren Geschäftsmodell und primäre Einnahme vom Handelsvolumen und dem Marktgeschehen abhängt, wird ohne Zweifel nur dann weiterhin gute Ergebnisse erzielen, wenn es der gesamte Kryptomarkt zulässt.

Anleger, die eine positive, langfristige Einschätzung von Bitcoin und Co. abgeben, könnten mit Coinbase also deutlich profitieren. Investoren, die allerdings einen nächsten Krypto-Winter und eine Abkühlung am Markt erwarten, sollten die Entwicklung des Coinbase IPO wohl noch länger im Auge behalten.

Ich bin Daniel und einer der Mitgründer von Finanzwissen. Seit nun mehr als 5 Jahren bin ich in Kryptowährungen investiert und seit 8 Jahren am Finanzmarkt. Mein M.Sc. in Wirtschaftsingenieurwesen unterstreicht meine Affinität und Liebe zu allen Themen rund um Finanzen, Wirtschaft und Technologie. Als langjähriger Nachhilfelehrer und Tutor an der Universität weiß ich, wie man Wissen einfach, verständlich und mit Leidenschaft vermittelt.

     

Schreibe einen Kommentar